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AotW 006+: Hohenehr | Ted Nasmith | Game of Thrones

Hohenehr

Material: Gouache auf Zeichenkarton

Die Illustration von Ted Nasmith zeigt Hohenehr/The Eyrie aus der erfolgreichen und weltbekannten Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ des Autors George R. R. Martin. Noch bekannter dürfte die Reihe unter dem Namen „Game of Thrones“ sein, die bis dato erfolgreichste TV-Serie der Welt.

Hohenehr von Ted Nasmith
Bild via Homepage

Hohenehr spielt als Handlungsort zwar eine Nebenrolle, doch sowohl in den Büchern wie auch der TV-Serie ist es ein besonders eindrucksvoller Ort mit uneinnehmbaren Wehranlagen. Hohenehr selbst ist Burg, Schloß und Sitz des Hauses Arryn, den Herrschern des Grünen Tals und eines der wichtigsten Häuser von Westeros.

Hohenehr in der TV-Serie „Game of Thrones“ von HBO
Bild via Game of Thrones Fandom

In Zusammenarbeit mit George R. R. Martin hat der bekannte Fantasyillustrator Ted Nasmith Hohenehr so dargestellt, wie der Autor es sich beim Schreiben vorgestellt hat.

Die Illustration wurde für das opulente Hintergrundwerk „A World of Ice and Fire“ geschaffen.

Was ist zu sehen?

Das hochrechteckige Bild zeigt im zentralen Mittelgrund eine komplett aus weißem Stein errichtete Burganlage mit sieben hohen Türmen. Das Bauwerk wurde direkt auf einem steil abfallendem Felsplateau errichtet, der Blickwinkel ist untersichtig angelegt. Deswegen gibt es keinen wirklichen Bildvordergrund.

Vom Felsplateau verläuft ein niedriger Grat zum rechten Bildrand, welcher größtenteils von einer steilen Felswand eingenommen wird. Ein Wasserfall fließt über die Kante in den nicht sichtbaren Grund.

Den Hintergrund bilden hohe, schneebedeckte Berggipfel in der Ferne, die in Sfumato gehalten sind. Der sichtbare Himmelsausschnitt erstreckt sich aufgrund der ungewöhnlichen Perspektive vom unteren Bereich des linken Bildrandes diagonal zum rechten oberen Bildrand. Der Himmel ist blau und leicht bewölkt. Das Weiß der Wolken und des Steins leuchten im hellen Licht einer nicht sichtbaren Sonne, gleichzeitig ist auch eine zunehmende Mondsichel am Himmel sichtbar.

Der unregelmäßige Grundriss der Burganlage umfasst das gesamte Felsplateau. Massive, hohe Substruktionen tragen die sichtbaren drei Hallen, welche über kleine Brücken miteinander verbunden sind. Ebenfalls Teil der Grundmauern sind Wehranlagen, Schießscharten, Wehrgänge und Zinnen.

Im Mittelpunkt des architektonischen Bildarrangements wird eine dreischiffige Halle mit schmalen, spitz zulaufenden Fenstern gezeigt sowie einem Obergaden. Die Schmalseite ist flach und zeigt im Erdgeschoss ein Portal und in den höheren Ebenen Fenster beziehungsweise einen Balkon mit großem Durchgang.

Die anderen Hallen greifen den Grundaufbau dieser repräsentativen Halle auf, jedoch mit verkleinerten und vereinfachten Formen, was insbesondere an der Fenstergröße und Geschosshöhen zu erkennen ist.

Es sind insgesamt sieben Türme sichtbar, deren Verteilung über das Burgareal keinem erkennbaren Muster folgt. Vier Türme weisen einen quadratischen Grundriss auf und insbesondere im oberen Drittel auskragende Plattformen ohne Geländer. Die Turmhelme bestehen aus dem gleichen weißen Stein und laufen spitz zusammen.

Die drei anderen Türme haben einen runden Grundriss und sind bis zum Turmende glatt gestaltet mit sehr wenigen und kleinen Fenstern. Die Turmenden sind im Vergleich zum Turmschaft breiter und weisen umlaufende Fensterreihen auf. Die runden Spitzhelme sind mit blauen Ziegeln gedeckt, weswegen sie besonders herausstechen.

Warum kommt mir das so bekannt vor?

Sowohl die Darstellung einer solchen schlossartigen Burg auf einem Felsplateau als auch die einheitliche Farbgebung des Bauensembles sind deutlich von Schloss Neuschwanstein beeinflusst. Auch die einzelnen Bau- und Dekorationselemente mit ihren Bezügen zur Romanik kommen bei beiden Monumenten vor. Weiterhin sind die kleineren Fensterreihen vergleichbar.

Schloss Neuschwanstein
Bild via Wikimedia

Wer ist der Künstler?

Ted Nasmith
Bild via Homepage

Die Verbindung zur Herr der Ringe-Trilogie ist nicht verwunderlich, denn Ted Nasmith ist ein weithin bekannter Illustrator der Werke von J. R. R. Tolkien. Neben Allan Lee und John Howe, die auch an den Verfilmungen durch Peter Jackson beteiligt waren, gilt er als einer der bedeutendsten Tolkien-Illustratoren.

Doch auch seine eindrucksvollen Illustrationen für George R. R. Martins Welt von „A Song of Ice and Fire“ zeigen sein Talent für monumentale, epische und fantastische Kunstwerke. Gerade im Bereich der Architekturdarstellung liegt sein Talent, was sich auch in seiner Tätigkeit als Bauzeichner ausdrückt. Nasmiths Werk ist stark von Architektur und ihrer Inszenierung geprägt.

Mit Tolkien und Martin hat er für die einflussreichsten Werke der Fantasy bis heute prägende Bilder geschaffen.

Mehr über Ted Nasmith und eine große Auswahl an Werken findet man auf seiner Homepage.

Er ist auch auf Facebook zu finden.