Battlestar Galactica – Tiefgründige Odysee in Outer Space

Das Remake der Kultserie Battlestar Galactica zählt sicherlich zu den spannendsten, anspruchsvollsten und tiefgründigsten Serien überhaupt. Das Science Fiction-Setting besticht vor allem durch seine durchdachte und realistische Darstellung, was Raumschiffe, Versorgung oder Technologie angeht.

Logo der TV-Serie (2004 bis 2009)
Bild via Wikipedia

Aber viel spannender sind die großen Fragen, die ethische, politische oder gesellschaftliche Probleme aufgreifen und keine simplen Antworten geben. Wie verhält sich eine Gesellschaft, die kurz vor der Auslöschung steht? Deren gesellschaftlichen Strukturen zusammengebrochen sind und sich das Fundament der Zivilisation als ziemlich dünn erwiesen hat? Was treibt Menschen (und Maschinen) an?

Glaube, Schöpfung, Auferstehung

Glaube und Schöpfung spielen eine besondere Rolle in BSG. Auf der einen Seite steht die polytheistische Menschheit, deren Religion sich am antiken Griechenland orientiert. Die andere Seite bilden die monotheistischen Zylonen, die von den Menschen geschaffen wurden und sich als deren Kinder und Schöpfung betrachten. Was sie nicht davon abhält, gegen ihre Schöpfer zu rebellieren und sie fast auszulöschen.

Eine darwinistische Darstellung der Zylonenentwicklung
Bild via Google Bildersuche

In der alles dominierenden Religion der Zylonen, aber auch in ihrer Technologie, finden sich deutliche Bezüge zum Christentum. Neben einer einzelnen Gottheit, deren Liebe die fast Mensch gewordenen Maschinen erringen wollen, spielt beispielsweise auch, passend zu Ostern, das Thema der leiblichen Auferstehung nach dem Tod eine herausragende Rolle.

Das Abendmahl

Promobild für Battlestar Galactica im Stil des Abendmahls von Leonardo da Vinci
Bild via SyFy.com

Das heutige Bild fasst all diese Konflikte und Themen ziemlich gut zusammen. Es ist keine Szene aus der Serie selbst, sondern ein Marketingbild. Vorlage ist das berühmte Wandgemälde „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci, das er von 1494-97 an der Nordwand des Speisesaals im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand schuf.

„Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci an der Nordwand des Refektoriums im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie in Mailand, 1494 bis 1497
Bild via Wikipedia

Die Parallelen zwischen beiden Werken sind eindeutig, von der zentralen Perspektive über Anordnung der Personen bis hin zu Details wie dem Messer oder einem Kelch. Auch die geschlossene Raumstruktur mit ihren vier Nischen und einer Tür (hier natürlich stilecht ein Schott) greift da Vincis Werk auf.

Doch gibt es einige Unterschiede: die BSG-Version scheint spiegelverkehrt zu sein und die zentrale Person steht. Und natürlich wurde alles dem Science Fiction-Design entsprechend angepasst. Erstaunlich ist auch, dass Teller und Speisen komplett fehlen, dafür jedoch mehrere Bücher gezeigt werden.

Eine weitere Version
Bild via Newcinema.es

Weiterhin wirkt das Bild viel dynamischer als die Vorlage aus der Renaissance. Das dürfte einerseits generell dem Zeitgeist entsprechen. Andererseits handelt es sich auch im ein Bild zur Bewerbung der Serie, weswegen mehr Dramatik und Konflikt notwendig ist. Und es entspricht natürlich eher unseren Sehgewohnheiten sowie unserer Erwartungshaltung im erzählerischen Kontext einer Serie.

Es ist ein außerordentlich spannendes Bild, das wunderbar als Appetitmacher für die anspruchsvolle Serie mit ihrer Tiefe und komplexen Erzählstruktur funktioniert.

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