Dies ist mein Bewerbungsschreiben für den Vorstand der Gesellschaft für Fantastikforschung, eingereicht am 11. Mai.

Die Wahl findet Anfang Juni 2020 statt.

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Liebe Mitglieder der GfF,

mit diesem Schreiben bewerbe ich mich um die Position des Schatzmeisters/der Kasse im Vorstand unserer Gesellschaft.

Mein Schreiben ist, für die Bewerbung in einem Gremium wohl klassisch, so strukturiert, dass ihr einen Eindruck von mir als Person und zu meinen Erfahrungen in der Gremienarbeit erhaltet. Daran schließen einige Gedanken, Visionen, Ideen an, die als reine Diskussionsbeiträge und -anstöße gedacht sind.

Wer bin ich, was mache ich, wo bin ich?

Eine philosophische Frage, auf deren Beantwortung ich selbst noch hoffe. Aber zu den üblichen Angaben: Geboren an einem Sonntag im Jahre 1988, aufgewachsen auf dem weinbehangenen Land um Mainz, nach dem Abitur 2007 sofortige Flucht in die Stadt und in das Studium der Kunstgeschichte, der Christlichen Archäologie/Byzantinischen Kunstgeschichte und der Ev. Theologie. 2012 dann die Flucht nach Berlin (man erkennt ein Muster, es ist aber die letzte), wobei ich an der JGU Mainz als Student blieb und 2015, kurz vor knapp, als Magister abschloss.

Seit 2017 promoviere ich in Kunstgeschichte über das historisierende Architekturbild in der modernen Fantastik, weiterhin in Mainz. 

Seit 2018 veröffentliche ich auf meiner Homepage Teile meiner Forschung, Artikel, Vorträge etc. rund um das Thema Kunst in Fantasy, Science Fiction und Horror. Das ganze Projekt entwickelt sich schrittweise weiter (wohin, ist eine ganz andere Frage).

Auch privat ist das Thema Fantastik und Kunst ein alles bestimmender Faktor und drückt sich neben der nur noch als Sucht zu bezeichnenden Bücherjagd auch in Spiel, Spaß und Körperdekoration aus.

Coronabedingt befindet sich mein Brotjob, mit dem ich mich bisher finanziert habe, in einem Zustand von Schrödingers Katze bei geschlossener Kiste. Meine Hoffnungen liegen auf dem Versuch, aus dem oben genannten Blogprojekt sowas wie eine freiberufliche Tätigkeit als Kunsthistoriker im fantastischen Bereich aufzubauen. Realität und ich sind nicht immer gute Freunde…

Auf die GfF stieß ich im Rahmen der Recherche für mein Dissertationsprojekt. Ein Beitritt war natürlich sofort notwendig und bei den Jahrestagungen in Fribourg und Berlin durfte ich viele wundervolle Menschen kennenlernen und den Austausch mit Forscher*innen genießen, die verstehen, was man da eigentlich tut. Und warum. Das Gefühl, nicht mehr allein zu sein, hält bis heute an.

Dieses Gefühl ist auch die Hauptmotivation für diese Bewerbung und das Bedürfnis, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu wollen.

Finanz- und Gremienerfahrung 

Da die Betreuung der Finanzen einer Organisation eine verantwortungsvolle Position ist, möchte ich an dieser Stelle auf meine Gremienerfahrungen hinweisen. Während meines Studiums in Mainz war ich Mitglied diverser Gremien der studentischen und akademischen Selbstverwaltung, unter anderem auch als Finanzreferent des AStA. 

Die Erfahrungen mit Finanzen ziehen sich weiter durch fast alle Tätigkeiten, von der Budgetkontrolle in diversen Jobs, der Finanzakquise von Projekten und Konferenzen, bis zur vorbereitenden Finanzbuchhaltung in meiner jetzigen, noch existenten, Stelle als Büroleiter seit 2017.

Wünsche, Vorstellungen, Ideen…

Mit meiner Bewerbung möchte ich, wie oben erwähnt, der Gesellschaft gern etwas zurückgeben und einen Teil der notwendigen, administrativen Arbeit, die bei einem Verein anfällt, übernehmen.

Natürlich sollte man aber auch Vorstellungen und Ideen für die jetzige und zukünftige Situation haben, in die Gesellschaft einbringen, diskutieren und gemeinsam realisieren.

Ich sehe Gremien-/Vereinsarbeit als etwas sehr Egalitäres und Gemeinschaftliches an und so habe ich die GfF auch immer wahrgenommen. Der Vorstand übernimmt dabei grundlegende administrative Aufgaben, koordiniert, stößt an und strukturiert Debatten auch mal.

Alles andere soll, kann, muss gemeinsam gemacht werden. Deswegen bitte ich die nachfolgenden Ideen, die von realistisch bis unausgegoren reichen, einfach als subjektiven Input zu verstehen.

Die GfF vereinsintern

Eine große Stärke von Vereinigungen wie der GfF ist meines Erachtens der Austausch der Mitglieder. Das macht am meisten Spass in persona während der Tagungen, aber auch dazwischen gibt es sicherlich viel Bedarf, zumindest geht es mir so. Hier gibt es natürlich diverse Möglichkeiten, die von Listserver-Verteilern über Foren wie Discourse oder Kommunikationsplattformen wie Discord oder Slack reichen. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, die zu diskutieren wären.

Auch wäre hier eine interne Vernetzung, wer überhaupt Mitglied ist und vielleicht aus meiner Region kommt, spannend. Ich gestehe, dass ich diese Funktion der Homepage im Prinzip nicht nutze, da sie irgendwie unpraktikabel für mich ist.

Gern würde ich auch die interne Kommunikation verstärken im Hinblick darauf, was diskutiert wird, welche Themen anstehen (könnten), wo Bedarf bestünde. Das könnte beispielsweise durch Ankündigung von Vorstandstreffen via Skype sein, die Bekanntgabe der Tagesordnung mit der Bitte um Rückmeldung, ob es Vorschläge/Inititiativen/Projekte/Ideen gibt, die aufgenommen werden sollen und im Anschluss der Versand eines Protokolls an alle.

Während der Jahrestagungen könnte man weiterhin thematische Foren zum Austausch und für Diskussionen einrichten, zum Beispiel zum Thema Promotion, Finanzierung, Stipendien, Jobs, aber natürlich auch für GfF-interne Projekte und Ideen.

Die GfF extern

Gerade die vielfältigen Gegenstände der Fantastikforschung bieten sich für eine Vernetzung über das akademisch-universitäre Feld hinaus an. Die Diskussionsrunde mit Christian Handel bei der letzten Tagungen oder mit John Howe in Fribourg wären Beispiele, was man machen könnte. Neben Autor*innen gibt es natürlich auch viele andere Einrichtungen, Institutionen, Firmen und Künstler*innen, die man ansprechen könnte. Auch YouTuber/Podcaster behandeln häufig fantastische Themen und es wird, zumindest wie ich es aus den Geschichtswissenschaften mitbekommen habe, eine engere Verzahnung mit der Wissenschaft gesucht.

Die Gewinnung neuer Mitglieder halte ich immer für sinnvoll. Dies könnte durch eine gezielte Ansprache der o.g. Personenkreise geschehen, lebt aber vor allem durch uns als Mitglieder. Dazu sollten wir als GfF die wichtigsten Mittel zur Verfügung stellen, von fertigen Logos für Präsentationen, die man einbauen kann, hin zur Bereitstellung von Flyern o.ä. 

Oder wie wäre es mit einem Merch-Shop für die GfF? Plattformen wie Spreadshirt bieten sowas auch ohne Gewinn für Vereine an, man hat recht wenig Arbeit damit und ich bin sicher, dass wir intern mit coolen Slogans/Motiven aufwarten können. Eine Grafikdesignerin findet sich bestimmt auch. Ich hätte ja gern ein Shirt oder Hoodie mit GfF-Bezug in meiner Lieblingsnichtfarbe Schwarz…

In eine ähnliche Richtung ginge die Idee, Projekte und Veranstaltungen zu unterstützen. Das muss gar nicht mal finanziell sein, eine ideelle Förderung reicht häufig als Initialzündung, weitere Kooperationspartner oder Fördermöglichkeiten zu erhalten.

Zum Abschluss

Das waren jetzt ein paar lose zusammengeworfene Ideen, die sicherlich ganz gut einen Einblick geben, wer ich bin, wie ich denke und was ich mir vorstelle. 

Besonders wichtig ist mir, dinge transparent, kommunikativ und vor allem gemeinsam (fantastisch) zu machen. 

Euer

Dominic

p.s.: Ich stehe immer gern für alle Dinge kommunikativ zur Verfügung: Von Fragen über Ideen hin zu Situationen der Verzweiflung am Dissertationsprojekt (es gibt eine digitale Selbsthilfegruppe mit einer Freundin aus Mainz, wer sich anschließen möchte)…

Aufgrund des oben beschriebenen Versuchs, mir irgendwie blogtechnisch-freiberuflich Etwas aufzubauen, gibt es diverse Kanäle um mich zu erreichen.

Homepage: arthistoryfantastics.com

Mail: dr[at]arthistoryfantastics.com 

Facebook privat mit Klarnamen oder den Blog

Instagram: @arthistoryfantastics

Twitter: @fantasyarthist

Oder ganz klassisch mobil (iMessage, WhatsApp, Telegram).

Berlinerinnen sind herzlich zu Wein oder Kaffee eingeladen.


Application for the executive committee of the Gesellschaft für Fantastikforschung as treasurer

Dear members of the GfF,
With this letter I apply for the position as treasurer in the board of our society.
My letter is, for the application in a committee probably classical, structured in such a way that you get an impression of me as a person and of my experiences in committee work. This is followed by some thoughts, visions, ideas, which are intended as pure contributions and impulses for discussion.

Who am I, what do I do, where am I?

A philosophical question, which I myself still hope to answer. But in addition to the usual data: Born on a Sunday in the year 1988, grown up on the wine-covered countryside around Mainz, after the Abitur 2007 immediate escape to the city and into the study of Art History, Christian Archaeology/Byzantine Art History and Protestant Theology. In 2012 I fled to Berlin (you can see a pattern, but it is the last one), staying at JGU Mainz as a student and in 2015 I graduated with a Magister Artium degree.

Since 2017 I have been working on my doctorate in Art History on the historicizing architectural image in modern fantasy, still in Mainz.

Since 2018 I publish on my homepage parts of my research, articles, lectures etc. around the topic of Art in Fantasy, Science Fiction and Horror. The whole project is developing step by step (where to go is another question).

In my private life, too, the topic of Fantasy and Art is an all-determining factor and expresses itself not only in the book hunt, which can only be described as an addiction, but also in games, fun and body decoration.

Due to Corona, my bread job, with which I have financed myself so far, is in a state of Schrödinger’s cat with closed box. My hopes lie in the attempt to build something like a freelance activity as an Art Historian in the fantastic field from the above mentioned blog project. Reality and I are not always good friends…

I came across the GfF during the research for my dissertation project. Of course, joining the GfF was necessary immediately and at the annual conferences in Fribourg and Berlin I was able to meet many wonderful people and enjoy the exchange with researchers who understand what you are actually doing. And why. The feeling of no longer being alone lasts until today.
This feeling is also the main motivation for this application and the need to give something back to society.

Finance and board experience

Since managing the finances of an organization is a responsible position, I would like to take this opportunity to refer to my board experience. During my studies in Mainz, I was a member of various committees of student and academic self-administration, among other things also as financial officer of the AStA.
My experience with finances continues in almost all activities, from budget control in various jobs, the financial acquisition of projects and conferences, to the preparatory financial accounting in my current, still existing, position as office manager since 2017.

Wishes, visions, ideas…

With my application, as mentioned above, I would like to give something back to the society and take over some of the necessary administrative work that is done by an association.
Of course, one should also have ideas and visions for the present and future situation, bring them into the society, discuss them and realize them together.
I see committee and association work as something very egalitarian and communal and that is how I have always perceived the GfF. The executive committee takes over basic administrative tasks, coordinates, initiates and sometimes structures debates.
Everything else should, can, must be done together. Therefore I ask you to understand the following ideas, which range from realistic to half-baked, simply as subjective input.

Within the association

In my opinion, a great strength of associations like the GfF is the exchange of members. This is most fun in persona during the meetings, but also in between there is certainly a lot of need, at least that’s how I feel. There are of course various possibilities, ranging from listserver distributors to forums like Discourse or communication platforms like Discord or Slack.

Each one has its advantages and disadvantages which should be discussed.
Also an internal networking, who is a member at all and maybe comes from my region, would be exciting. I confess that I do not use this function of the homepage in principle, because it is somehow impractical for me.

I would also like to strengthen internal communication with regard to what is being discussed, which topics are (could be) on the agenda and where there is a need. This could be, for example, by announcing board meetings via Skype, announcing the agenda with a request for feedback on whether there are any proposals/initiatives/projects/ideas that should be included and then sending minutes to everyone.

During the annual meetings one could continue to set up thematic forums for exchange and discussion, for example on the topic of promotion, financing, scholarships, jobs, but of course also for GfF internal projects and ideas.

The GfF external

It is precisely the manifold objects of fantasy research that lend themselves to networking beyond the academic-university field. The panel discussion with Christian Handel at the last conference or with John Howe in Fribourg would be examples of what could be done. Apart from authors, there are of course many other institutions, companies and artists one could approach. Also YouTuber/Podcaster often deal with fantastic topics and, at least as I heard from the historical sciences, a closer connection with science is sought.

I always think it makes sense to win new members. This could be done by addressing the above-mentioned groups of people, but it lives above all through us as members. For this purpose we as GfF should provide the most important means, from ready logos for presentations, which can be integrated, to the provision of flyers or similar.

Or how about a merch-shop for the GfF? Platforms like Spreadshirt offer something like that without any profit for clubs, you have quite little work with it and I’m sure we can come up with cool slogans/motifs internally. I’m sure you can find a graphic designer as well. I would like to have a shirt or hoodie with GfF-cover in my favourite non-colour black…

The idea of supporting projects and events would go in a similar direction. This does not even have to be financial, an idealistic support is often enough as an initial spark to get further cooperation partners or funding opportunities.

In the end…

These were just a few loosely thrown together ideas, which certainly give a good insight into who I am, how I think and what I imagine.
It is especially important to me to make things transparent, communicative and above all together (fantastic).


Yours
Dominic

p.s.: I am always available for all things communicatively: From questions to ideas to situations of despair on the dissertation project (there is a digital self-help group with a friend from Mainz who would like to join)…

Because of the above described attempt to somehow build something for me as a freelance blogger, there are several channels to reach me.

About the Author Dominic Riemenschneider

Independent scholar & PhD candidate in Art History with research about the Fantastic, its reception and roots in art and architecture. Also offering services, workshops and lectures about the Fantastic and the connection to real world events, society and developments.

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