Mit Mittelerde hat Tolkien eine der umfangreichsten, erzählerisch tiefsten und damit auch „realistischsten“ Welten der Fantasy entwickelt. Dort sind die berühmten Erzählungen „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ angesiedelt. Aber auch die Sagensammlung „Das Silmarillion“ oder andere Erzählungen tragen maßgeblich zu dem seit Jahrzehnten anhaltenden Erfolg bei.

Minas Tirith in der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ von Peter Jackson
Bild via Wikia

Nicht nur die literarischen Werke machen Mittelerde so greifbar und faszinierend. Schon früh wurden Szenen und Schauplätze auch bildlich dargestellt. Das fing bei Tolkien selbst an, der auch malerisch tätig war und häufig die Arbeit an einer Geschichte mit einer Illustration begann.
Weithin bekannt sind auch die Illustratoren Alan Lee, John Howe und Ted Nasmith, die für alle Werke Tolkiens Illustrationen gemacht haben.

Skizze für Minas Tirith von J. R. R. Tolkien
Bild via Pinterest

Vor allem Lee und Howe sind es, die dann auch bei der Verfilmung des Herrn der Ringe durch Peter Jackson maßgeblich beteiligt waren und Szenerien, Sets und Schauplätze künstlerisch entwarfen. Die Verfilmung des Herrn der Ringe um die Jahrtausendwende kann als Meilenstein und als Teil des Fundaments angesehen werden, auf dem der anhaltende Boom des Fantastischen bis heute fußt.

Minas Tirith von John Howe
Bild via Wikia
Minas Tirith von Ted Nasmith
Bild via Tolkienwelt.de

Insbesondere in den Verfilmungen spielt Minas Tirith, die Stadt der Könige und Hauptstadt Gondors, eine besondere und herausragende Rolle. Schon in der Beschreibung Tolkiens wird dies betont und die gewaltige und überwältigende Architektur der Stadt herausgestellt. Doch bildlich unsterblich machten sie die Illustrationen von Alan Lee, auf denen auch die Umsetzung in den Filmen beruht.

Minas Tirith von Alan Lee
Bild via Tolkienwelt.de

Die Stadt wurde in/an/auf/aus den Hängen eines Berges errichtet und ist dadurch vor allem vertikal ausgerichtet. In Ringen verlaufen die Straßen und Häuser nach oben, wo sich die Halle des Königs, ein Turm und die Grabmäler der Könige befinden. Der Ausblick ist atemberaubend.

Minas Tirith im Film
Bild via Imgur

Die ganze Stadt wurde einheitlich aus dem gleichen Baumaterial errichtet, das stark an weißen Marmor erinnert mit seinen typischen Adern. Im Sonnenlicht strahlt die Stadt meilenweit und unterstreicht die Erhabenheit als Königssitz.

Die Halle des Königs
Bild via Wikia

Der Baustil ist dabei stark an der italienischen Romanik angelegt, was durch die Verwendung von Marmor nochmals unterstützt wird. Gerade an der Halle des Königs sieht man dies sehr deutlich: sie wird als romanische Kirche dargestellt. Sowohl das Äußere wie auch das Innere nimmt dabei die Strukturen eines Kirchenbaus auf. An der Stelle des Altars befindet sich jedoch der Thron der Könige auf einem hohen Podest.

Der Thronsaal
Bild via Architectures of Middle-earth

Minas Tirith ist durch und durch eine Stadt der Könige. Das drückt sich sowohl im edlen Baumaterial aus als auch in den repräsentativen Häusern und Bauwerken. Die wortwörtliche Krone der Stadt bildet dabei die Halle des Königs, die als Sakralraum gezeigt wird. Damit unterstreicht sie ganz besonders die Bedeutung des Königtums für Mittelerde, was sich dann auch im dritten Teil des Films „Die Rückkehr des Königs“ zeigt.

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