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Themenseite: Cyberpunk

Eine Sammlung zum Thema Cyberpunk

Am 10. Dezember 2020 wurde das Spiel „Cyberpunk 2077“ des erfolgreichen polnischen Game Studios CD Project Red veröffentlicht. Lange herbeigesehnt, zählt es schon jetzt zu einer der am aufwändigsten produzierten Spieletiteln bis heute. 

Geschätzte 250 Millionen Dollar flossen in die Produktion und über 250 Schauspieler:innen haben hunderte Stunden an Dialogen eingesprochen, darunter auch Keanu Reeves.

Das Rollenspiel ist eine Welt mit über 250 km², die es zu entdecken gilt.

Selbst ziemlich gehyped wegen des Spiels, habe ich euch eine Themenseite zusammengestellt, die dieses einflussreiche Subgenre der Science Fiction ein wenig näher bringen soll. 

Nach einigen allgemeinen Informationen zu Cyberpunk folgen verschiedene cyberpunkige Beispiele: Bücher, Serien, Filme, Musik, Texte und Videos.

Was ist Cyberpunk?

Zusammengefasste Definition nach Martin Holz, Cyberpunk. Begriffserklärung und Genredefintion (S. 280f) in Phantastik. Ein interdisziplinäres Handbuch, herausgegeben 2013 von Hans Richard Brittnacher & Markus May.

„Cyberpunk ist ein Subgenre der Science Fiction, welches Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere den Cyberspace, deutlich in den Vordergrund stellt. Mit >cyber< wird auf die Kybernetik und damit verwandte Disziplinen wie künstliche Intelligenz (KI bzw. Artificial Intelligence, AI) und künstliches Leben (Artificial Life, AL), aber auch Phänomene wie Klone, Androiden, Cyborgs sowie Virtuelle Realität (VR) oder Augmented Reality (AR) thematisiert. 

Punk< wiederum bezieht sich auf die Jugendbewegung der 1970er und 1980er Jahre insofern, dass die dort charakteristische anti-autoritär-anarchistische Haltung im Sinne einer Kapitalismuskritik und mehr technologisch-sozialen als dezidiert politischen Rebellion unter den Vorzeichen der postmodernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft fruchtbar gemacht wird.

Der Begriff Cyberpunk taucht erstmals 1980 als Titel einer Kurzgeschichte von Bruce Bethke auf. 1984 erscheint William Gibsons Roman Neuromancer, der bis heute als Prototyp des Genres gilt.“

Neben den schon genannten Themen und Motiven in den Cyberpunk-Medien
gibt es noch einige andere Motive, die ein Werk diesem Subgenre zuordnen lassen.
Dies sind natürlich keine festen, absoluten Vorgaben, aber einige Gemeinsamkeiten kann man doch immer wieder finden.

Wichtige Motive

Urbanes Setting

Wie allgemein in Science Fiction üblich, spielt die Handlung in einem urbanen Setting. Meist handelt es sich um Megapolen, also gigantischen Städten. Sie sind durch Hochhäuser, allgegenwärtiger Technologie und Werbung geprägt. Dabei wird die Stadt eher chaotisch, ungeordnet und anarchistisch gezeigt. Cyberpunk zählt zur dystopischen Science Fiction, weswegen alles in einem gewissen Zustand des Verfalls, der Vermüllung und Vernachlässigung gezeigt wird.

Durch das dystopisch-anarchistische Setting in Kombination mit dem Fokus auf Technologie wird häufig eine hyperkapitalistische Welt geschaffen, in der staatliche Organe kaum noch existieren und die Geschicke von gewaltigen Konzernen gesteuert werden. Die allgegenwärtige Werbung, seien es Schilder, Projektionen, Hologramme oder auch direkt in die körpereigene Kybernetik eingespeiste Medien, unterstreicht dabei das Kapitalistische.

Technologie, Konzerne, Werbung

Farben, Licht und Wetter

Betrachten wir Bildmedien, die dem Cyberpunk zuzuordnen sind, so dominieren vor allem starke Blau- und Lilatöne, häufig auch mit einem Stich in Richtung Rot & Magenta. Akzentuiert wird dies dann durch Hologramme oder Neonlichter in leuchtenden Farben. Leuchtend ist hier wörtlich zu verstehen, da es sich natürlich um durch Licht erzeugte Elemente handelt.

Dies wirkt umso deutlicher, da es in Cyberpunk-Settings häufig Nacht ist oder zumindest bewölkt und regnerisch. Dadurch setzen sich die Leucht- und Farbelemente noch stärker ab.

Die dominierenden Blautöne sind dabei kein Zufall, steht diese Farbe doch schon seit Jahrhunderten farbikonographisch für alles Transzendente, Himmlische, Nicht-Irdische. Die Farbe Blau kommt natürlich in der Natur vor (Blumen, Edelsteine, Gefieder), ist aber sehr viel seltener als beispielsweise Grün- und Erdtöne. Blau steht für das Nichtgreifbare wie Wasser oder den Himmel (konkret wie abstrakt).

Entsprechend ist mit dem Beginn unserer modernen Informationstechnologien die Farbe Blau mit allem Digitalen eng verbunden und wird auch so in fast allen Science Fiction-Settings verwendet.

Technologie hat im Cyberpunk, wie größtenteils in der ganzen Science Fiction, die Religion ersetzt. Entweder spielt sie gar keine Rolle mehr und wird auch nicht in Form von Bauwerken oder Symbolen gezeigt. Oder ehemalige Stätten des Glaubens werden neu genutzt, beispielsweise eine neugotische Kirche als Polizeistation in Altered Carbon. Dabei kommt es häufiger vor, dass Technologie die Rolle von Religion einnimmt: sei es als Sinnstifterin, als Verhältnis zu Tod und Jenseits, aber auch als Antwort auf die Großen und Letzten Fragen.

Digitale Transzendenz

Alles rund um Cyberpunk

Forschung: Lars Schmeink über Kybernetik & Cyberpunk

In this episode of Game Over(analyzed), Associated Researcher of Media Culture Lars Schmeink breaks down how cyberpunk is portrayed in modern video games. Most people recognize the cyberpunk aesthetic from movies like Blade Runner and The Matrix, but there are plenty of video games that fit into this subgenre as well. Lars talks about how the cybernetic enhancements from games like Cyberpunk 2077 and Deus Ex: Human Revolution relate to both real-life and cyberpunk fiction.

Lars Schmeink is an Associated Researcher of Media Culture with Hans-Bredow-Institut. Lars is co-editor of „The Routledge Companion to Cyberpunk Culture”.

(Text aus der Videobeschreibung)

0:00 – Intro

0:46 – Cyberpunk 2077 – Deepnet

3:01 – Cyberpunk 2077 – Upgrading

6:04 – Deus Ex: Human Revolution – Forced Augmentation

7:34 – Deus Ex: Mankind Divided – Biohacking

9:00 – Deus Ex: Mankind Divided – Consciousness

10:38 – Ghostrunner – Megacity

11:43 – Cyberpunk 2077 – Cityscape

13:15 – Deus Ex: Mankind Divided – Police State

15:09 – Watch Dogs: Legion – Privatization

16:52 – Cyberpunk 2077 – Cyberware

18:17 – Syndicate – Repossessing Cyberware

20:19 – Detroit: Become Human – Android vs. Human

Forschung: Urbane Architektur im Cyberpunk

Mein Beitrag für die Cyberpunk Culture Conference, organisiert von Lars Schmeink, über urbane Architektur im Cyberpunk am Beispiel von Altered Carbon.

Musik: Extra Terra

Für alle, die auch die richtige, musikalische Atmosphäre zum Thema Cyberpunk möchten, kann ich wärmstens Extra Terra empfehlen. Ziemlich hartes EDM, das perfekt zu den Cyber-Tech-Welten passt.

Achtet mal auf die Farbgestaltung bei den Videos und Albumcovers. Das deckt sich perfekt mit meinen Überlegungen zur vorherrschenden Farbpalette im Cyberpunk.

Ihr findet die Musik des Straßburger Künstlers bei Apple Musik, Spotify, YouTube, SoundCloud und Deezer. Außerdem ist er bei Instagram und Facebook vertreten.

Wie mich, könnt ihr ihn auch bei Patreon unterstützen. Ich bin auch einer seiner Supporter!

 

Bild via Papermag.com

Mode: Afterworld von Balenciaga

Das Modelabel Balenciaga greift gleich mehrfach das Thema Cyberpunk in seiner Herbstkollektion 2021 auf: Einerseits sind alle Designs stark an Cyberpunk und Science Fiction angelehnt und greifen verschiedene Trends aus Serien, Spielen und Filmen auf.

Andererseits hat man einen sehr ungewöhnlichen Präsentationsweg gewählt: Da coronabedingt keine Modeschauen möglich sind, hat man ein Game erstellen lassen. Die Handhabung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber an sich eine spannende Herangehensweise. Und die Stadt, durch die man sich bewegt, hat einige sehr interessante Bauwerke, die deutlich der Science Fiction entnommen sind, gleichzeitig aber auch der modernen Stadtplanung und Architektur.

Zwar liegt Balenciaga weit außerhalb meines Budgets, aber es sind ein paar coole Sachen dabei.

Hier geht es zur Game-Präsentation der Kollektion.

Spiel: Cyberpunk 2077

Das lang erwartete Spiel des polnischen Studios CD Project Red! Die Macher von The Witcher haben ziemlich viel Arbeit und Geld in dieses Open World-Spiel gesteckt. Umso enttäuschender ist, dass es auf den Current-Gen-Konsolen kaum spielbar ist. Einige Updates und Patches sollen dies nun verbessert haben, so dass man bis zur allgemeinen Verfügbarkeit der neuen Konsolengeneration über die Runden kommen kann. Die PC-Version scheint weniger anfällig zu sein.

Auf jeden Fall werde ich die Feiertage in Night City verbringen! Die Welt ist riesig, größtenteils urban und die Story wirklich spannend. Außerdem ist V schon ein wenig heiß…

Fantasy Art: Max Bedulenko

Instagram ist für mich eine unerschöpfliche Quelle für Fantasy Art. Dort finden sich mit die talentiertesten Künstler:innen, die spannendsten Konzeptionen und immer wieder faszinierende Schöpfungen.

Ein Beispiel für Fantasy Art, das mir zum Thema Cyberpunk einfiel, wäre der weißrussische Concept Artist Max Bedulenko. In vielen Werken verbindet er Historisches und Zukünftiges, meist mit einem deutlichen Cyberpunkeinschlag.

In größeren Dimensionen findet ihr seine Werke auf ArtStation.

Serie/Buch: Altered Carbon von Richard Morgan

Basierend auf der Romantrilogie von Richard Morgan, spielt die Serie Altered Carbon in einer dystopisch-cyberpunkigen Zukunft. Dank einer neuen Technologie sind die Menschen de facto unsterblich, denn ihr Bewusstsein und ihre Erinnerungen können durch ein Implantat auf einen neuen Körper übertragen werden. Die Serie greift visuell auf viele der oben genannten Motive zurück, das ganze Design ist überaus spannend entwickelt worden. Beim Plot reicht die TV-Adaption aber meines Erachtens nicht an die Romane heran (okay, wann ist das schon mal der Fall?).

Auf jeden Fall ist es eine gute Serie für einen Serienmarathon über die Feiertage. Es ist eine wahre Freude, Joel Kinnaman mit grummeligem Gesichtsausdruck, und meist recht unbekleidet, durch Bay  City zu wandeln.

Bild via IMDB

Film: Blade Runner (1982)

Blade Runner [bleɪd ˌrʌnɚ], deutscher Verleihtitel zeitweise auch Der Blade Runner, ist ein am 25. Juni 1982 erschienener US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Ridley Scott. Literarische Vorlage ist der Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick. Dieser Roman wurde später ebenfalls unter dem Titel „Blade Runner“ vertrieben. Der Film, der Elemente des Film noir übernimmt und eine Dystopie entwirft, war bei Kritik und Publikum zunächst kein Erfolg, wurde mit der Zeit aber zum Kultfilm. In der Bundesrepublik Deutschland lief der Film ab dem 14. Oktober 1982 in den Kinos.

Bemerkenswert sind das einflussreiche visuelle Design, die detailreiche Ausstattung und die Filmmusik von Vangelis. Überdies bieten einige Themen des Films vielfältige philosophische Deutungsmöglichkeiten. Ridley Scotts erster Hollywood-Film eröffnete das Genre des Cyberpunk für das Kino und machte den Autor Philip K. Dick nach seinem Tod über die Science-Fiction-Fanszene hinaus berühmt.

(Text von Wikipedia)

Buch: Neuromancer von William Gibson (1984)

»Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war.« Mit der Neuromancer-Trilogie hat William Gibson die Science Fiction revolutioniert. Sein Debütroman „Neuromancer“ gewann den Hugo-, den Nebula- und den Philip-K.-Dick-Award, die drei wichtigsten Preise des Genres. Zudem hat er nicht nur die Begriffe Matrix und Cyberspace geprägt, er hat ein ganzes Genre begründet: Cyberpunk. Das Netz ist allgegenwärtig, der Cyberspace zu einer zweiten Realität geworden, bestimmt von KIs und hart umkämpft von riesigen Firmenkomplexen, Hackern und Kriminellen. Ein Raum, der ungeahnte Möglichkeiten bietet, aber auch ein Ort, an dem das Gesetz des Stärkeren gilt und an dem Ethik und Moral längst überkommene Begriffe sind … Nach einem fehlgeschlagenen Auftrag scheinen sich für den jungen Hacker Case die Träume erstmal erledigt zu haben. Sein Nervensystem ist beschädigt und der Zugang zum Cyberspace damit unmöglich. Aussichten auf Heilung scheint es erstmal keine zu geben, doch da kommt Case zu einem neuen Auftrag, einem, der das Blatt wenden soll. Die Frage ist nur, für wen …

(Text und Bild von Amazon)

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